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davidstar3

1 t ä g i g e r   W o r k s h o p

2019 wurde Berlin zur Antisemitismus-Hauptstadt gekürt und hat damit Malmö, Schweden den Rang abgelaufen. Zweifelsohne ein mehr als unrühmlicher Titel. Entsprechend besorgt zeigen sich jüdische Menschen in Deutschland über die Entwicklungen, auch über die Landesgrenzen hinaus. Spätestens seit dem versuchten Anschlag auf eine Synagoge in Halle an Yom Kippur ist auch die Politik alarmiert und erwägt neue Strategien zur Bekämpfung von Anfeindungen und Vorurteilen. Doch um Vorurteilen entgegenzutreten, müssen diese erst einmal als solche erkannt werden.

Menschen, die sich religiös und/oder ethnisch dem jüdischen Volk zugehörig fühlen, sehen sich aus unterschiedlichen Gründen immer wieder mit Diskriminierungen konfrontiert. Seit der Gründung des Staates Israel 1948 ist auch der schwelende Nahostkonflikt immer wieder Gegenstand der Vorwürfe gegenüber jüdischen Menschen. Häufig werden dabei Programmatiken der israelischen Regierung nicht scharf von individuellen Positionen der israelischen Bevölkerung getrennt.

Dieser Workshop soll dabei helfen, das Bewusstsein für die Diversity-Dimension Religion und Weltanschauung mit besonderem Blick auf das Judentum als Kultur und Ethnie gleichermaßen zu schärfen und womöglich verborgene antisemitische Auffassungen aufzudecken. Politische Implikationen werden dabei bestmöglich wertfrei aufgegriffen, wie die Entstehungsgeschichte von Judentum und Israel/Palästina.

Folgende Kernaussagen und Annahmen sollen dabei zentraler Gegenstand des Workshops sein:

  • Jüdisch zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig auch, konfessionell dem Judentum anzugehören.
  • Eine Vielzahl jüdischer Menschen lebt in der Diaspora, ist also in der Welt verteilt und damit nicht in Israel selbst ansässig. Viele stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Mittel- und Südeuropa. Nicht wenige Jüd*innen sind People of Color. Jedoch erleben sie in den eigenen Reihen von der Mehrheit, den Ashkenazim, immer wieder strukturelle Ausgrenzungen. Ähnlich verhält es sich im Verhältnis zwischen orthodoxen und liberalen jüdischen Gemeinden, welche auch jüdische Menschen aufnehmen, deren Mütter nicht jüdisch sind.
  • Wohlgemeinte Äußerungen, etwa über den vermeintlich sicheren Umgang von Jüd*innen mit Geld, werden als philosemitisch bezeichnet. Hinter ihnen kann sich eine ebenso antisemitische Haltung verbergen.

Sich als Mensch mit jüdischer Identität in Deutschland verstecken zu müssen, ist für viele lange trauriger Alltag gewesen – und scheint es sukzessive erneut zu werden. So ist allein die Anzahl antisemitisch motivierter Anfeindungen gegen offensichtlich Kippah-tragende Männer spürbar angestiegen. Welche Auswirkungen könnte der erstarkte Antisemitismus für jüdische Mitbürger*innen perspektivisch haben? Wie können sich Unternehmen und Institutionen dazu positionieren? Wie wird das Thema in der Gesellschaft und den Medien reflektiert. Diesen und weiteren Fragen möchte sich dieser Workshop widmen.
Gegen Antisemitismus engagieren sich zahlreiche, auch junge, Initiativen, aktiv. Akteur*innen aus diesen Vereinigungen sollen bei diesen Betrachtungen ebenfalls zu Wort kommen.

Ziel

Ein Bewusstsein für die Lebenswirklichkeit jüdischer Menschen damals wie heute sowie im Spannungsfeld mit wiederkehrendem Antisemitismus entwickeln.

Zielgruppe

Offen für alle Menschen, die sich näher mit dem jüdischen Leben beschäftigen und mit Antisemitismus kritisch auseinandersetzen möchten

Dauer

1 Tag

Methoden

  • Theoretische Inputs zur Realität jüdischer Menschen im intersektionalen Diversity-Kontext
  • Übungen zu Identitätsfragen und Leben in der Diaspora
  • Philosemitismus und Antisemitismus – Theorie und Übungspraxis
  • Diskussionen zu Antisemitismus und Diskriminierung in Medien und Gesellschaft

Teilnehmerzahl

empfohlen für 12-16 Personen

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Weitere Ausbildungsformate:

Juli - August 2020 Diversity Sommerakademie  |  online

01.09.2020  Diversity Manager*in Ausbildung  |  Berlin
28.09.2020  Diversity Trainer*in Ausbildung  |  Berlin
27.11.2020  Diskriminierungsfrei Kommunizieren  |  Berlin

Aktuell sind 12 Gäste und keine Mitglieder online